In den Weltmeeren häufen sich in den letzten Jahren die Todeszonen. Dabei handelt es sich um sauerstoffarmes Wasser, welches für das maritime Leben tödlich ist. Schwimmen Meerestiere in diese Gebiete, ersticken sie.

Bevor es zu einer Todeszone kommt, braucht es eine Algenblüte. Dabei vermehren sich die Algen massiv und bringen so das natürliche Gleichgewicht von Bildung und Zersetzung durcheinander. Wenn die Algenmenge so groß ist, dass die Algen sich gegenseitig das vorhandene Sonnenlicht wegnehmen, sterben sie gleichzeitig ab. Der Sauerstoff wird beim Zersetzen der abgestorbenen Algen verbraucht. So bildet sich eine temporäre Todeszone. Seit Beginn der ozeanografischen Erfassung in den 1970er Jahren haben sich Todeszonen (englisch dead zones) in den Meeren und großen Seen an Zahl und Größe in jedem Jahrzehnt verdoppelt.

Die Algen können sich nur dank eines Überangebotes von Nährstoffen so stark vermehren. Das ist hauptsächlich ein menschengemachtes Problem. Das Überangebot an Nährstoffen entsteht dadurch, dass ungeklärtes Wasser ins Meer gelangt. Hauptproblem ist hierbei in der Landwirtschaft zu finden. Durch den Gebrauch von Düngemitteln werden Nährstoffe in die Umwelt eingebracht. Wenn diese dann ungeklärt über Bäche und Flüsse in die Meere kommen, führen sie zu Algenblüten.

Die Lösungen dafür sind schon lange bekannt. Leider werden sie aus Profitgier kaum umgesetzt. Wissenschaftler*innen fordern aktuell eine Reformierung der Landwirtschaft. Grundsätzlich wäre es wichtig, weniger Düngemittel zu verwenden.

In Mischkulturen versorgen sich die Pflanzen gegenseitig mit den nötigen Nährstoffen. Nebenbei sind Mischkulturen auch weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Somit braucht es auch weniger bis keine Pestizide, um die Pflanzen am Leben zu halten.

Eine Verbesserung der Biodiversität kann auch schon durch kleinere Felder, welche durch Sträucher und kleine Bäume voneinander abgetrennt werden, erreicht werden. Diese Randbepflanzungen führen dazu, dass die Düngemittel nicht so schnell ausgewaschen werden und in die umliegenden Gewässer gelangen. Stattdessen bleiben sie länger auf dem Feld und es muss seltener gedüngt werden. Es gibt noch viele andere tolle Ideen und Ansätze, um die Probleme in der Landwirtschaft zu lösen.

Das Abwasser, das dennoch erzeugt wird, muss vernünftig geklärt werden. Neben Kläranlagen kann uns dabei die Natur helfen. Wenn wir die Fließgeschwindigkeit von kleineren Flüssen und Bächen verringern, können Bakterien und Algen die Nährstoffe schon dort abbauen. Dafür müssen wir unsere Gewässer nur wieder natürlich gestalten, mit mehr Seen und weniger geraden Flüssen.

 

 

Uns allen sollte an einem gesunden Ökosystem Meer viel liegen, da die Meere die größten Sauerstoffproduzenten überhaupt sind. Sie speichern auch am meisten CO₂ und sind essenziell für das Leben aller Tiere auf unserem Planeten. Wir sollten unbedingt verhindern, dass die Meere kippen. Die sich ausbreitenden Todeszonen sind ein erstes Anzeichen dafür.

Neben der Reduzierung des Dünger-Verbrauchs ist die Renaturierung von Flussufern, Marschen und Mangrovensümpfen sinnvoll.

 

 

 

(REFLEXE SHOP)